Circular Minds: Ina Budde

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18.01.2017

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Ina Budde ist Gründerin von Design for Circularity,

Ina Budde ist Gründerin von Design for Circularity, einem Berliner Start-up, das als Plattform für Designer*innen, Unternehmen und Verbraucher*innen fungiert, um Kreisläufe in der Modebranche zu schaffen. Darüber hinaus entwirft sie zirkuläre Modekollektionen, unterrichtet im MA-Programm “Sustainability in Fashion” der ESMOD Berlin und ist Teil des CRCLR Hauses.


Woher kommt Deine Motivation, um das zu tun, was Du tust?

Meine Motivation entstand aus meiner Design-Perspektive, genauer, dem Wunsch, Produkte mit Sinn zu schaffen. Es war frustrierend zu sehen, wie die Branche funktionierte und ich erkannte, dass wir andere, alternative Wege brauchen. Seit so langer Zeit haben Menschen die Dinge auf die gleiche Art und Weise gemacht und jetzt erkennen wir, dass das lineare System völlig falsch ist. Das Gute ist, dass eine großartige Entwicklung tatsächlich stattfindet, die die Menschen einander annähert. Wenn Sie alte Strukturen und Modelle durchbrechen, müssen Sie sich mit anderen Menschen identifizieren und zusammenschließen. Deshalb ist Zusammenarbeit und Austausch so wichtig. In den letzten Jahren haben wir viel über all die Herausforderungen gesprochen, denen wir gegenüber stehen, aber ich denke, wir müssen Best-Practice-Beispiele in die Diskussion einbringen und einen lösungsorientierten Fokus wählen.


Wie funktioniert Eure Arbeit in der Kreislaufwirtschaft?

Design for Circularity ist eine Initiative, bei der wir versuchen, Lösungen zu finden und dabei offen für alle zu sein. Wir denken nicht, dass alle Verantwortung nur beim Design liegt, deshalb haben wir eine schlüssige Lösung für Designer*innen, Unternehmen und Verbraucher*innen geschaffen. Allen stehen Informationen auf verschiedenen Ebenen offen: Designer*innen können Wissen und Zugriff auf Materialien erhalten, Unternehmen können Einblicke gewinnen, wie neue, zirkuläre Infrastrukturen implementiert werden, während die Verbraucher*innen sehen, wie einfach es ist, umweltfreundlich und zirkulär zu konsumieren und gleichzeitig noch Geld sparen. Das Hauptziel von Design for Circularity ist es, das ganze Ökosystem zirkulär zu gestalten. Wenn ein Designer langlebige Produkte mit Mehrwert schafft, werden die Produkte gleichzeitig zu Ressourcen für etwas Neues, wenn die Verbraucher*innen es zurückbringen. Ein Produkt wird so zu einem vernetzten Element, das sich auf zirkuläre Weise zwischen Menschen in verschiedenen Konstellationen bewegt. Diese Denkweise bricht mit der Idee, ein Produkt als ein Produkt und ein Material als ein Material zu sehen. Vielmehr ist ein Produkt bei bestimmten Personen in einer bestimmten Umgebung dieses Produkt, wird jedoch in einer anderen Umgebung zu einem anderen Produkt.


Was bedeutet Zirkularität für Euch?

Zirkularität bedeutet für uns, Ressourcen auf die innovativste Art und Weise zu nutzen, so dass wir ihren Wert unbegrenzt erhalten. Ich mag den Ansatz der Vielfalt sehr, weil Materialien die große Fähigkeit haben, im Laufe der Zeit für verschiedene Zwecke verändert und regeneriert zu werden, und so sollten wir sie einsetzen und verwenden. Die zeitliche Perspektive ist auch wichtig, um Lösungen für die verschiedenen Geschwindigkeiten und Szenarien im Leben zu schaffen.


Welchen Rat würdest Du dem Nachwuchs auf Deinem Gebiet geben?

Große Dinge entstehen nie innerhalb der Komfortzonen. Deshalb denke groß, glaube immer an das, was Du tust, und triff Menschen, die ähnlich denken. Fang einfach an, teste Deine Idee, teile Dein Wissen und zeig allen, dass es funktioniert. Hab keine Angst, dir die Dinge, die bereits da draußen sind, genauer anzuschauen und auf Ideen aufzubauen, um noch einen Schritt weiter zu gehen. Verbünde dich mit all den großartigen Visionen!

Vielen Dank für das Interview, Ina!