Erfahrungen mit sozial-ökologischen Veränderungen bei CRCLR und Schön wie wir

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Über mich:

Ich bin Lilly Gerlach und habe in den letzten zwei Monaten ein Praktikum bei CRCLR gemacht. Da ich mich besonders für sozio-ökologische Veränderungsprozesse interessiere, war ich bei CRCLR genau an der richtigen Adresse und habe mit großem Interesse verfolgt, wie Wandel angestoßen werden kann. Ab September werde ich nun Transformationsstudien in Flensburg studieren.

Was ist Schön wie wir?

CRCLR ist derzeit an vielen verschiedenen Projekten beteiligt, die auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, das Konzept der Kreislaufwirtschaft voranzutreiben – das Bewusstsein dafür soll gestärkt, Akteur*innen miteinander vernetzt und Organisationen darin unterstützt werden Kreislaufwirtschaft aktiv umzusetzen.

Während meines Praktikums habe ich im Bereich der CRCLR Agency beim Projekt „Schön wie wir“ mitgearbeitet, an dem CRCLR seit 2018 beteiligt ist und in das ich euch im Rahmen dieses Artikels einen kleinen Einblick geben möchte.

Seit nunmehr drei Jahren besteht das CRCLR Haus auf dem Gelände der alten Kindl-Brauerei im Neuköllner Rollbergkiez und fühlt sich dort zu Hause. Mit der Zeit entstand dadurch eine starke Verbundenheit zum Kiez, sowie zu den lokalen Akteur*innen und Initiativen, die dafür ausschlaggebend war, dass CRCLR beschloss, sich an „Schön wie wir“ zu beteiligen. 

Das Projekt wurde 2016 vom Bezirksamt Neukölln unter der Leitung von Franziska Giffey initiiert und verfolgt seitdem das Ziel, die Verschmutzung der Straßen Neuköllns durch Sperrmüll und Abfälle zu mindern, Ressourcenverschwendung zu reduzieren und Nachbar*innen zusammenzubringen. Mit der Umsetzung des Projekts hat das Bezirksamt verschiedene Unternehmen beauftragt; CRCLR bildet beispielsweise mit dem Planungsbüro für kooperative Stadtentwicklung coopolis eine Arbeitsgemeinschaft. Insgesamt umfasst „Schön wie wir“ zahlreiche Initiativen, Vereine und Privatpersonen. Immer mehr Menschen schließen sich der Bewegung an und beteiligen sich an den verschiedenen Aktionsformaten. Diese Zusammenarbeit verschiedenartig organisierter Akteur*innen führt zu interessanten Synergien, in deren Rahmen CRCLR insbesondere seine Expertise im Themenbereich Kreislaufwirtschaft einbringen kann.

Was „Schön wie wir“ für mich besonders macht, ist die Bemühung darum, das Engagement der Neuköllner Bevölkerung zu bestärken, indem zum einen Bildungs- und Informationsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, aber eben auch aktive Mitarbeit unterstützt und gefördert wird.

Ein Beispiel dafür sind die von „Schön wie wir“ initiierten Putzaktionen, die regelmäßig in verschiedenen Kiezen des Bezirks durchgeführt werden. Diese unterstützen Kiezbewohner*innen darin, ihre Umgebung von Müll zu befreien und sich miteinander zu vernetzen. Wir übernehmen dabei im Wesentlichen organisatorische Aufgaben, kooperieren mit lokalen Initiativen und kümmern uns um die Öffentlichkeitsarbeit, damit Anwohner*innen und Interessierte von den Aktionen erfahren. Vor Ort wird dann aber auch angepackt und mitgeputzt. 

Auch auf lokalen Stadtteilfesten ist „Schön wie wir” häufig vor Ort, um Anwohner*innen über Müllentsorgungsoptionen, wie die Lastenfahrrad-Ausleihe der Kiezhausmeister (die ebenfalls ein Teilprojekt von „Schön wie wir” darstellen), zu informieren oder im Rahmen der Mehrweg-Beratung, um Alternativen zu Einweg-Geschirr aufzuzeigen. Diese ist ein weiterer wichtiger Baustein von „Schön wie wir”, an dem CRCLR beteiligt ist. Das Ziel ist, Gastronomiebetriebe darin zu unterstützen, Einwegbecher und Verpackungsmaterialien zu reduzieren und diese mit der Zeit durch alternative Mehrwegsysteme, bspw. Pfandsysteme zu ersetzen. Um dies zu erreichen, steht CRCLR als Trägerin von „Schön wie wir” regelmäßig in Kontakt mit Neuköllner Gastronomiebetrieben und berät diese individuell, sodass passgenaue Lösungsansätze für die jeweiligen Müllprobleme gefunden werden können. Denn viele Cafébetreiber*innen haben schlicht nicht die Zeit, sich neben dem Alltagsgeschäft mit der Recherche über nachhaltigere Pfandsysteme auseinander zu setzen. Da hilft dann das gebündelte Wissen von CRCLR und den anderen „Schön wie wir” Akteur*innen.

Dieses Wissen wird zum Teil auch auf der die „Schön wie wir“ Webseite veröffentlicht – in Form von zahlreichen informativen Artikeln über ressourcensparendes Leben im Kiez, Informationen über anstehende Veranstaltungen (mitsamt Beteiligungsaufrufen) sowie durch eine Neukölln-Karte, die Anwohner*innen dabei hilft, eben jene Cafés und Restaurants zu finden, die Mehrwegsysteme anbieten oder dabei nachhaltige Vereine und Akteur*innen kennen zu lernen. 

Ich selbst habe die Möglichkeit, im Rahmen meines Praktikums, so viele engagierte und vielseitig interessierte Menschen kennen zu lernen, sehr geschätzt. Als Teil von „Schön wie wir” und darüber hinaus habe ich CRCLR dabei als einen Ort des aktiven Austauschs, des Ausprobierens und Weiterdenkens wahrgenommen. Der Status Quo wird nicht als selbstverständlich hingenommen; vorhandene Strukturen werden hinterfragt, abgeändert und umgestürzt – und das stets mit Rücksicht auf wechselseitige Interessen und Bedürfnisse. Es war mir eine Freude.